Nicole Marte

In Musikvermittlungsprojekten ist Nicole Marte oft Pianistin und Sängerin, Schauspielerin, Dramaturgin und Regisseurin, Drehbuchautorin, Choreographin und Bühnenbildnerin, Konzertpädagogin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin, Workshopleiterin und Redakteurin. Als Gründerin des Zentrums für Musikvermittlung Wien 14 war und ist sie in den Bereichen Management, Sponsoring, Marketing, Networking, Finanzen und Baustellenorganisation tätig.

Ihre Ausbildung erhielt sie in Französisch/Italienisch auf der Universität Wien (Mag.phil.) und Instrumental(Gesangs)pädagogik Klavier auf der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (Mag.art.). Das Sprachstudium beendete sie mit einem Forschungsaufenthalt in Paris und mit dem Verfassen ihrer Diplomarbeit „Judith Gauthier et la musique“. Das Klavierstudium bei Adrian Cox mit Schwerpunkt Ensembleleitung beschloß sie mit Auszeichnung und der Diplomarbeit „Der mannigfaltige Einfluß der französischen Literatur auf den Dichter, Musikkritiker, Menschen und Musiker Claude Debussy“. Vom BMfWV erhielt sie zum erfolgreichen Studium einen Würdigungspreis überreicht.

Während des Studiums arbeitete sie bei der Caritas, als Platzanweiserin und Umblätterin im Konzerthaus und Musikverein und bei der Jeunesse, wo sie über viele Jahre das EnsembleMusikCamp in Zwettl leitete.

Nach einer neunjährigen Tätigkeit als Klavierpädagogin, Chorleiterin und Theatermusikerin am Musikschulverband Matzen-Raggendorf bzw. beim Kindertheater Tonio Fuchs in Schönkirchen-Reyersdorf, NÖ, machte sich Nicole Marte selbständig und es folgten verschiedenste Projekte.
2000 rief sie gemeinsam mit Dietmar Flosdorf den Verein zur Gründung einer Musikschule in Penzing (VGMP) ins Leben.
2005 wurde sie gemeinsam mit Lior Kretzer zur Leiterin der Jungen Akademie Wien bestellt, ein Projekt für hochbegabte junge MusikerInnen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, des Konservatoriums Wien Privatuniversität, des Musikgymnasiums Wien, der Musikschulen Wiens und des Karajan Centrums.
2006 beauftragte Peter Marboe sie und ihr VGMP-Team zur Planung und Durchführung des größten Musikvermittlungsprojekts im Wiener Mozartjahr 2006: Pùnkitititi – Mozart für Kinder
Ab diesem Zeitpunkt startete ihre Tätigkeit als Konzertpädagogin und Musikvermittlerin. Siehe Projekte.

Als Referentin bzw. Workshopleiterin war sie tätig u.a. bei „Singen&Co“ (NÖ), Cantata Piccola Kaltenberg und MiniStimmenFestival (OÖ), KinderuniKunst, Internationale Sommerakademie (ISA), Pädagogische Hochschule der Diözese Linz, am Institut für Freizeitpädagogik – WienXtra, an der Musik und Kunstuniversität (MUK), am Vienna Music Institute (VMI) und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien (MDW).

2010 gründete sie das Zentrum für Musikvermittlung Wien 14.
Hier ist sie als Künstlerische Leiterin, Klavierpädagogin und Chorleiterin (gemeinsam mit Beate Länger-Oelz Kinderchor Penzing und VOCALINO), als Musikvermittlerin und Konzertpädagogin tätig.

Nicole Marte wurde in Bregenz als drittes Kind von Marialuise und Johann Marte geboren. Aufgrund der beruflichen Tätigkeit ihres Vaters verbrachte sie ihre Kindheit in Warschau und Moskau und besuchte dort die Anglo-American School. Die kulturelle Buntheit dieser Schule, das Erlernen von Fremdsprachen in frühester Kindheit und die Begegnung mit Künstlerinnen und Künstlern im Kulturinstitut prägt ihr Wesen. Ein Besuch von Rudolf Buchbinder, der für den Chopin Wettbewerb in Warschau war, hatte zur Folge, dass Nicole schon sehr früh mit dem Klavierunterricht begann. Buchbinder beobachtete die Vierjährige als sie an einem Spielzeugklavier Kinderlieder spielte und überzeugte ihre Eltern, sie sollten doch eine/n Klavierlehrer/in ins Haus holen, was sie auch gleich taten.
Nicole Marte besuchte nie eine Musikschule, was sie immer sehr bedauerte. Vielleicht war deshalb der Drang so groß, selbst eine zu gründen.

Große Vorbilder befinden sich in der eigenen Familie. Ihr Großvater Karl Tizian rettete im 2. Weltkrieg als Kunsthistoriker italienische Kunstschätze vor der Auslieferung an Nazideutschland und machte als Bürgermeister nach dem Krieg Bregenz zu einer Kulturstadt. Ihr Vater Johann Marte riskierte oft als Kulturattaché Hemd und Kragen für regimekritische Künstler und Dissidenten des Sowjetregimes. Ihre Mutter Marialuise, die auch unter schwierigsten Bedingungen immer drauf schaute, dass es uns in der Familie an nichts fehlte, am wenigsten an Geborgenheit und Liebe.